Treibholz

..treibt..


Gewalt ist männlich

October 7th, 2008 by anfy

so sieht es jedenfalls die Polizei in Rheinland Pfalz. Die Aussage stützt sich natürlich auf eine hauseigene Statistik, nach der von 855 Tatverdächtigen 685 männlich gewesen seien.

Mit dem schlichten Zahlenwerk habe ich da auch gar keine Probleme – möge es jeder deuten, wie er mag. Die Aussage “Gewalt ist männlich” daraus abzuleiten ist jedoch eine Diskriminierung aller erster Güte. Die statistischen Zahlen der Polizei Rheinland Pfalz zeigen zwar ein Verhältnis in der Geschlechterverteilung von ca. 1:4 auf, diese Zahl betrifft – rein sachlich – aber nur die Fälle, von der die Polizei kenntnis erhalten hat. Das Frauen anders Ticken als Männer und letztere aus Scham meistens auf Polizei und andere Öffentlichkeit verzichten, hat die Polizei wohl nicht bemerkt. Das bmfsfj formuliert den Sachverhalt in seiner Beschreibung zu einer Studie so:

…Es gibt so gut wie keine originäre Empirie noch eine
entsprechende Theoriebildung. Dies ist ein gesellschaftsstruktureller
Ausdruck der Tabuisierung der männlichen Gewalterfahrungen in den
männlichkeitsdominierten Verhältnissen.


Wenn etwas ein Tabu ist, liebe Polizei Trier, dann bedeutet das, dass ihr davon weniger kenntnis erlangen werdet, als wenn etwas kein Tabuthema ist! Ihr schadet den männlichen Opfern durch die Unterstützung derart undifferenzierter Aussagen und drückt das Thema damit in Folge noch weiter in die Tabuecke. Das der Medienfokus
schon seit langem fast NUR auf der Gewalt gegen Frauen liegt ist schlimm genug. Der umgekehrte Fall existiert in den Medien schlicht nicht, in der Realität schon.

Es ist also nicht so einfach eine Linie zwischen Gut und Böse, also in diesem Kontext zwischen männlich und weiblich zu ziehen. Auch wenn das Polizeipräsidium Trier das scheinbar gerne so sehen möchte.

[anfy]

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Ehrlicher Finder gesucht

May 17th, 2008 by anfy
Die Polizei verliert nicht nur hin und wieder ein paar Daten, nun vermisst sie auch noch Geld – und sucht nach dem ehrlichen Finder.

Die Berliner Polizei beschlagnahmte mehrere Geldbündel, verlor jedoch beim Einsteigen in das Dienstfahrzeug eines davon auf der Straße.

… wurden die Geldbündel in zwei große Briefumschläge gelegt. Vor dem Einstieg in den Dienstwagen, welcher vor der Bank abgestellt war, musste sich ein Kriminaloberkommissar wegen eines vorbei fahrenden Lastwagens an das Fahrzeug pressen, wobei der Papierumschlag einriss. Bei einer erneuten Zählung im Dienstwagen stellten die Beamten fest, dass ein Geldbündel fehlte. Eine sofortige Suche im Fahrzeug und auf dem Gehweg blieb erfolglos.

Die Polizei schreibt weiter

Dem Finder des Geldes wird empfohlen, sich bei einer Polizeidienststelle zu melden. Ebenso werden weitere Zeugen gesucht, die Angaben zum Verbleib des Geldbündels machen können.

Ob ein grundehrlicher Mensch das Bankeigentum in Form von vermutlich nicht nummerierten, kleinen Geldscheinen bei der Polizei abgeben würde wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Auch mein Gewissen über den Verlust der Bank würde mich nicht um den Schlaf bringen. Interessieren würde mich allerdings, ob am Ende nicht doch die Polizei dafür aufkommen muss, oder vielleicht nur eine der Versicherungen deren Paläste ja zur Genüge in der Stadt herumstehen.

Ein Schmunzeln konnte ich mir beim Lesen der Pressemeldung jedenfalls nicht verkneifen.

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