December 5th, 2008 by
anfy
Welche Länder eigentlich Pleite sind kann man einer Liste des CIA entnehmen.
Die Leistungsbilanz ist Teil der Zahlungsbilanz eines Staates. Sie umfasst die Handelsbilanz mit den exportierten und importierten Waren, der Dienstleistungsbilanz mit den Dienstleistungen aus Reiseverkehr, Transport- und Versicherungsleistungen und Kapitalerträgen, der Übertragungsbilanz mit den geleisteten und empfangenen privaten und öffentlichen Übertragungen (also Überweisungen) von ausländischen Arbeitnehmern in ihre Heimatländer, den Beiträgen an internationale Organisationen und die Entwicklungshilfe. Der Saldo der Leistungsbilanz stellt eine wichtige ökonomische Grösse zur Bewertung der Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft da.
Welches Land an der letzten Stelle steht und eigentlich völlig Pleite ist, kann man auch erraten, bevor man sich die Liste ansieht.
via Schall und Rauch
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November 11th, 2008 by
anfy
Manche Menschen sind vor dem Gesetz doch gleicher als andere. Da hat unser Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel 1,2 Mio an Steuergeldern hinterzogen und wird möglicher Weise auch für die Bespitzelung von Journalisten und Telekom-Aufsichtsräten für schuldig befunden, muß vermutlich aber trotzdem nicht hinter Gitter.
Im Falle einer doppelten Verurteilung käme der Manager eigentlich um eine Haftstrafe nicht herum. Doch in der nordrhein-westfälischen Justiz wird mit einer wenig bekannten Auslegung von Paragraf 56 des Strafgesetzbuchs geliebäugelt. Danach würde Zumwinkel eine hohe Geldstrafe zahlen, die in Gefängniszeit umgerechnet und von der Gesamtfreiheitsstrafe abgezogen würde. Dieser Strafrest wäre dann so gering, dass er zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Zumindest seien die Gerichte in vergleichbaren Verfahren zu ähnlichen Urteilen gekommen, hieß es in den Justizkreisen.
Man misst also mal wieder mit zweierlei Maß. Für die Wirtschaftliche Elite findet sich immer ein rechtliches Schlupfloch, das schlimmeres verhindert. Wir leben nicht in einem Rechtsstaat, sondern in einer Plutokratie – “eine Staatsform, in der die Herrschaft durch Vermögen legitimiert wird” (wikipedia)
via ftd
[anfy]
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November 4th, 2008 by
anfy
Großkonzerne sind unflexibel und verpennen in Zeiten schneller Veränderungen schnell mal den Trend, ohne es zu merken, bevor es zu spät ist. Die Musikindustrie hat ihre Quittung ja bereits bekommen – kann sich aber noch immer nicht so richtig auf die neue, digitale Marktsituation einstellen. Die nächste Industrie, die alle Zeichen der Zeit komplett verschlafen hat, ist die Autoindustrie – allen voran General Motors. Die Verkaufszahlen sprechen für sich. 45% weniger Autos verkaufte GM im Oktober 2008 gegenüber dem Vorjahr. Auch bei den anderen Autobauern sieht es nicht besser aus. Einzig Audi und die BMW Marken MINI konnten sich noch halten bzw. zulegen. Daimler hat mit seinem Smart zumindestens in den USA noch ein gutes Geschäft machen können.
Abgezeichnet hat sich das schon lange. Die Leute wollen zunehmend ein Auto, das ein gutes Umweltgewissen verursacht und vor allem sparsam ist. Den Leuten geht schlicht und einfach das Geld aus, um teure, große Autos zu kaufen. Bemerken konnte man das schon 2001, als die deutschen Autobauer noch trompeteten, das ein serienmäßiger Rußpartikelfilter kein Verkaufsargument sei und Renault plötzlich durch einen Serienmäßigen Filter deutlich mehr Autos absetzen konnte. Da hätte man eigentlich schon mal erkennen können, das sich ein umweltfreundliches Sparmodell irgendwann mal bezahlt machen könne. Was nun so schwierig ist endlich ein neue Modell aufzulegen, das auch verkäuflich ist, erschließt sich mir nicht. Schließlich war sogar Greanpease 1996 in der Lage einen 3,3 Liter Twingo zu bauen – und die beschäftigen sich nun ansich wenig mit der praktischen Autoproduktion.
Eine schöne Tabelle, in der man recht gut ablesen kann, wie es um die Automobilbranche bestellt ist, gibt es hier.
[anfy]
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October 31st, 2008 by
anfy
Nach dem es um den Immbolienpreisverfall in Spanien erstaunlich ruhig geworden ist, geht es nun in England weiter. Im Oktober sind die Hauspreise um 14,6% gefallen. Wenn das nichts ist.
via egghat
[anfy]
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October 26th, 2008 by
anfy
Mein vorhergehender Beitrag bezog sich ja schon mal auf die Managergehälter im Zusammenhang mit der allgegenwärtigen Bankenkrise. Die Spitze der Perversion ist mir allerdings eben erst über die Füße gepurzelt. Der Kurs der US Investment Bank Morgan Stanley ist soweit in den Keller gestürzt (Stand 18.10.08), dass der Topf, der für die Managergehälter und Prämien zur Verfügung steht, ausreichen würde, um die ganze Bank zu kaufen.
Weiter geht es mit der Citigroup, die 25 Mrd. Dollar aus dem Finanzrettungsplan benötigt, aber Gehälter und Boni locker um 4% aufstockt. Ich neheme einfach mal an, dass die 4% nicht für den kleinen Bankangestellten gedacht sind.
via zeitwende.ch
[anfy]
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October 17th, 2008 by
anfy
Steinbrück möchte den Bankmanagern das Gehalt kürzen, wenn die Bank die Hilfe vom Staat in Anspruch nehmen will. 500.000 Euro pro Jahr dürfen es maximal sein. Schöne Idee eigentlich, auch wenn 500.000 immer noch eine Summe ist, für die andere zehn und mehr Jahre arbeiten müssen. Leider regt sich wieder einmal massiver Widerstand. Zum einen geht das ja nicht, weil der Staat bestehende Verträge nicht einfach ändern kann und zum anderen bekommt man dann ja nur noch Manager zweiter Klasse. In Anbetracht der momentanen Situation frage ich mich allerdings, ob die Manager zweiter Klasse irgend etwas schlechter hätten machen können als jene, die sich zur Elite zählen. Der Manager, der es schafft eine Bank quasi gegen die Wand zu fahren und Steuergelder benötigt, der gehört gefeuert und nicht abgefunden oder weiterbeschäftigt. Eventuell könnte ich mir noch eine ehrenamtliche Weiterbeschäftigung vorstellen, um dem armen Manager die Chance einzuräumen sein versautes wieder zu richten.
Das ein Manager freiwillig auf sein Millionengehalt verzichtet seh ich nicht. Aus der Vergangenheit lässt sich da nur assoziales verhalten ableiten. Passen die Kurse nicht, hat noch kein Topmanager ein Problem gehabt, zwecks Gewinnmaximierung seine Mitarbeiter vor die Tür zu setzen. Früher war der Mitarbeiter einmal das Kapital des Unternehmens, heute nur noch Human Resource. Wen wundert es da, wenn man einen haufen unmotivierter Mitarbeiter hat, die eben ihren Job machen aber keine Loyalität zum Unternehmen mehr empfinden können. Motivierte Mitarbeiter schlagen sich aber leider nicht auf den Aktienkurs nieder.
[anfy]
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October 10th, 2008 by
anfy
geht auch an mir nicht ganz vorbei. Island vor dem Staatsbankrott, Ungarn folgt dicht, die russische und indonesische Börse wurde zwischenzeitlich geschlossen, England und die USA verstaatlichen Banken, US Banken leiehn Rekrodsummen, es brennt an allen Ecken und Enden. Dirk Müller, Aktienhändler bei der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank meint, die Chancen ständen gut, das uns das Finanzsystem um die Ohren fliegt. Hier das Video dazu.
Frau Merkel betont mehrfach, die Spareinlagen sind sicher. Wer so etwas mehrfach verdeutlichen muss, dem sollte man nur bedingt glauben. Unabhängig davon ist der Satz aus dem Mund eine Politikers verbrannt. Das einzig sichere ist, es wird noch teurer werden. Man muss schließlich die Retten, die mit unserem Finanzsystem gespielt haben, sonst ist schließlich das Vertrauen in das Finanzsystem ganz weg und das währe schlimm. Schließlich basiert sogar unser Währungssystem ausschließlich auf dem Vertrauen, dass das Papier, was wir uns aus dem Geldautomaten holen, irgendeinen Wert hat – hat es aber nur deshalb, weil alle daran glauben und Waren gegen ein Stück Papier tauschen. Karl Marx hätte sich angesichts dieser Entwicklung des Kapitalistischen Systems sicher gefreut , hoffte er schon 1857 auf das Ende des Kapitalismus.
[anfy]
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October 4th, 2008 by
anfy
Da schreibt Herr Uhlig in seinem Blog beim Handelblatt einen außerordentlich interessanten Artikel über den Einlagensicherungsfond und weil der Beitrag wohl auch noch, fundierter weise, etwas unbequem ist, wird der dann kurzerhand gelöscht. (hier die Reaktion von Herrn Uhlig)
Etwas später dann scheint der Druck auf das Handelsblatt von anderer Seite etwas größer geworden zu sein, so dass der Beitrag wieder online gestellt wurde. (hier der orginal Beitrag)
In seinem Beitrag stellt Herr Uhlig fest, dass der Einlagensicherungsfond um die 9 Mrd. bzw. 1 Prozent der abzusichernden Spareinlagen beträgt. Der Artikel ist in seiner Gesamtheit außerordentlich lesenswert. Neu für mich auch, dass seit 1998 eine gesetzliche Einlagensicherung, “Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH“, besteht, die max. 90% der Einlagen bis 20.000 Euro übernimmt.
[anfy]
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September 29th, 2008 by
anfy
Wer kennt noch nicht das lustige und unterhaltsame Spiel? Bankenkrise heißt es und hier gibt es ein erklärendes Video: http://uk.youtube.com/watch?v=MRRWHSY7ZwI
Das schöne an dem Spiel: es verliert nie an Aktualität! Auf dem Staat-Feld befindet sich gerade die Hypo Real Estate (HRE). Die bekommt nämlich 21 Mrd. – ist zwar “nur” eine Bürgschaften, aber wenn das Geld nun mal fehlt, da fällt die Besinnung auf den Bürgen sicher nicht allzu schwer. Zur HRE gehört im übrigen auch die Commerzbank.
Es ist erstaunlich! Hieß es nicht vor erst gar nicht so langer Zeit, dass eine Vollfinanzierung von Kindergärten nicht im Budget lägen? Vermutlich hat man da bereits die eine oder andere Bank bedacht. Erfahrungen sind mit IKB und Landesbanken ja genug vorhanden und der Steuerzahler hats ja.
Sehr bezeichnend auch das folgende Zitat aus der FTD:
Ein Haushaltspolitiker, der nicht genannt werden will, sagte, die
Regierung schätze die Lage für das deutsche Bankensystem als bedrohlich
ein. “Mit der Stützungsaktion wollen wir eine Kernschmelze des
Finanzsystems verhindern.”
Außerordentlich Vertrauenerweckend! Ich fühle mich schon fast versucht mein Konto zu leeren – aber ist ja auch quatsch, da sind bestimmt noch ein paar Millärdchen für weitere Banken drin! Der Einlagensicherungsfond ist nen scheiß gegen die immer üppig gefüllte und für Banken frei verfügbare Staatskasse.
[anfy]
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September 22nd, 2008 by
anfy
in den Staaten steht die größte Bankenrettungsaktion aller Zeiten an. 700 Mrd. sollen das Finanzsystem retten. Schuld an der Miesere sind die Hypotheken, die viele Hausbesitzer nicht mehr bezahlen können.Zuvor trieb die starke Nachfrage die Immobilienpreise noch in schwindelnde Höhen, der Absturz ist vorhersehbar gewesen. Von der 700 Mrd. Rettungsaktion haben die eigentlich geschädigten – also die, die jetzt auf der Straße sitzen – nix, denn das Geld wird kurzerhand im maroden Bankensystem versenkt. Das Finanzsystem retten ist schließlich die Devise – nicht die ruinierten Bürger. Das nenne ich Perversion höchster Güte!
Im übrigen steht etwas ähnliches auch direkt vor unserer Tür ins Haus. Die Immobilienpreise in England, Spanien und Fraknkreich befinden sich ebenso in lufblasenartiger Größenordnung. Die Situation zu bewerten maße ich mir nicht an, aber ich finde die Fakten reichlich bedenklich.
via egghat
[anfy]
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